Welche Farben im Büro? Ergonomie bei der Farbgestaltung

Hierzulande wird bisher leider noch eher selten Mut zur Farbe in Büros bewiesen. Weiße Wände, dunkle Böden und reizloses Bürointerieur dominieren die Bürolandschaft und lassen diese zweckgebunden und lieblos wirken. Dabei haben Farben im Büro, ähnlich wie die richtige Beleuchtung, eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf unser Wohlbefinden. In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen verdeutlichen, wie Farben im Büro die Ergonomie unterstützen und den Mitarbeitern eine inspirierende Arbeitsatmosphäre bieten.

Zusammenhang zwischen Psychologie und Farben

Farbpsychologie ist keine Erfindung der Neuzeit. Der Psychiater Carl Gustav Jung, der zwischen dem 19. und 20 Jahrhundert lebte, beschäftigte sich bereits mit Farben als Werkzeuge der Psychotherapie. Er erkannte, dass Farben nicht nur eine bestimmte Bedeutung haben, sondern diese zugesprochene Bedeutung entweder biologisch bedingt oder erlernt worden ist.

Die Bedeutung der Farbe ist dabei jedoch abhängig vom Kontext: Während die Farbe Rot uns biologisch bedingt in bestimmten Situationen (siehe Stoppschild) in eine Achtsamkeit versetzt, kann sie auch als warm und anregend empfunden werden. Ein gutes Beispiel für positive Assoziationen mit der Farbe Rot stellt beispielsweise das Coca-Cola-Logo dar, das durch seinen Weißanteil als lebhaft und selbstbewusst wahrgenommen wird. Farben sind demnach sehr komplex und werden von jedem mehrdimensional wahrgenommen. Wer sie hingegen nur auf die optische Wirkung reduziert, greift damit zu kurz.

Das Wissen zur Farbpsychologie macht sich besonders die Werbeindustrie zunutze. Denn Farben lenken auf subtile Art unser Verhalten – ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. Sie entscheiden darüber, ob wir einen Raum als gemütlich und warm, oder seriös und kühl wahrnehmen.

Zugleich hat die Farbwahl einen mittelbaren Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Je nachdem, ob ein Büro eine kreative, konzentrierte oder kommunikative Arbeitsatmosphäre vermitteln soll, können die verwendeten Farben im Büro diese Wirkung unterstützen.

Was ist ergonomische Farbgestaltung?

Die Ergonomie umfasst nicht nur die idealen Maße rund um Schreibtisch und Bürostuhl. Zugleich beschäftigt sie sich mit den sogenannten weichen Faktoren, wozu auch Beleuchtung und Farben im Büro zählen. Die betriebliche Farbgestaltung geht weit über die subjektiven Vorlieben der Mitarbeiter und/oder Entscheider hinaus. Je nachdem, welche Tätigkeit geleistet wird, beeinflussen Wandfarben im Büro unsere Laune, Denkprozesse, unseren Fokus sowie unser Wohlbefinden. Ein durchdachtes Farbkonzept ist ein wichtiger Schritt hin zum ergonomischen Büro.

Das Ziel der ergonomischen Farbgestaltung im Büro ist es daher, Arbeitsplätze farblich so zu gestalten, dass sie sowohl die Leistung als auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern.

Farben fürs Büro: Wirkung der Primärfarben Rot, Blau und Gelb

Welche Farben im Büro nicht verwendet werden sollten und welche ein Garant für produktives Arbeiten sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Die mit Farben verbundenen Assoziationen sind zu unterschiedlich und die Möglichkeiten, ein Büro zu gestalten, zu vielfältig.

Einen groben Eindruck, wie insbesondere die drei Primärfarben Rot, Blau und Gelb wirken, vermittelt folgende Tabelle. Wer sich intensiver mit der Wirkung von konkreten Farben im Büro beschäftigen möchte, findet in dieser Übersicht einige Anregungen.

  Rot Blau Gelb
Positive Assoziationen

Rot steht für Aktivität, Dynamik, Energie, Kreativität, Selbstsicherheit, Wärme

Blau steht für Beruhigung, Entspannung, Genauigkeit, Konzentration, Mut, klares Denken, Lernen und Selbstvertrauen

Gelb steht für Anregung, Entspannung, Glück, Harmonie, Kreativität, Lebensfreude, Optimismus, Wachheit, Zufriedenheit
Negative Assoziationen

Rot als Ausdruck für Aggressivität, Aufregung, Gefahr, Wut

Blau als Ausdruck für Distanz, Kälte, Melancholie

Gelb als Ausdruck für

Eifersucht, Neid

Einsatz im Büro

Gut geeignet für…

  • Besprechungsräume
  • Teamarbeitsplätze
  • Konferenzräume

Gut geeignet für…

  • Einzelbüros
  • Teamarbeitsräume
  • Besprechungsräume

Gut geeignet für…

  • Entspannungszonen
  • Cafeterias
  • Pausenräume
Hinweise
  • Setzen Sie Rot nur sehr sparsam auf kleinen Flächen ein
  • Hohe Kontraste regen die Stimmung an
  • Blau ist ideal, um ruhig zu arbeiten und schwierige Probleme anzugehen
  • Die Farbe fördert das klare Denken der Mitarbeiter
  • Gelb fördert das kommunikative Arbeiten
  • Die Farbe ist appetitanregend und erholungsfördernd

Wie wirken neutrale Farben im Büro?

Neutrale Farben wie helle Pudertöne oder Farbtöne in Sand oder Beige (nicht Weiß!) äußern eine geringere Leuchtkraft. Nichtsdestotrotz besitzen Sie eine wichtige Funktion bei der Wandgestaltung im Büro. Neutrale Farben vermitteln dem Betrachter ein Gefühl von Sicherheit, Klarheit und Ruhe. Sie sind ideal, um kleine Räume größer wirken zu lassen und dem Betrachter mehr Raum beim Denken zu gewähren.

Neutrale Farben und Pastelltöne sind also gut geeignet, um das konzentrierte Arbeiten allein oder in der Gemeinschaft zu fördern. Wem dies bei der Farbgestaltung zu langweilig ist, kann gerne zu einer kontrastreicheren Wandfarbe greifen. Die hellere beziehungsweise neutralere Farbe wird sich stets unterordnen.

Das Farbkonzept planen: Farben für Büroräume richtig einsetzen

1. Corporate Design und Firmen-Image einbeziehen

Bevor es an die Neugestaltung der Büroräume geht, ist es zunächst notwendig, ein Farbkonzept zu entwickeln. Hierbei ist es wichtig, nicht nur den Tätigkeitsbereich im Blick zu behalten, sondern auch die Authentizität des Unternehmens zu wahren.

So sollen die Farben im Büro das Image des Unternehmens widerspiegeln. Überlegen Sie sich daher zuvor, welche Werte Ihre Firma vertritt. Handelt es sich um eine seriöse Versicherung, eine kreative Grafikwerkstatt, eine kommunikative PR-Agentur oder um ein naturverbundenes Touristikzentrum? Gibt es bereits ein Corporate Design, sollte sich dieses unbedingt in angepasster Form im Farbkonzept wiederfinden.

2. Arbeitswelten gezielt mit Farben gestalten

Ein Pausenraum ist anders zu gestalten als ein Besprechungsraum oder Einzelbüro. Stellen Sie sich daher die Frage: Welche Farbstimmung kommt der angedachten Tätigkeit am nächsten?

Zonen, in denen Kommunikation gewünscht ist, können beispielsweise anregend in Gelb, Orange oder Rot gehalten werden. Doch auch eine beruhigend-regenerierende Gestaltung in blauen, grünen oder hellbraunen Farbtönen ist problemlos möglich.

5 Tipps zur Farbgestaltung von Büroräumen:

  • Ein Raum wirkt am harmonischsten, wenn auf mindestens einen Farbbereich der Grundfarben verzichtet wird.
  • Je monotoner eine Tätigkeit ist, desto kräftiger und kontrastreicher kann das Büro gestaltet werden.
  • Müssen Ihre Mitarbeiter berufsbedingt häufig mit Farben arbeiten oder diese bewerten (beispielsweise Grafiker), ist ein in neutralen Grautönen eingerichteter Arbeitsplatz ideal.
  • Verzichten Sie auf gemusterte Tapeten und lockern Sie die Wände besser mit ausgewählten Bildern auf.
  • Finden Sie einen Mittelweg zwischen der Monotonie durch weiße Wände und einer Reizüberflutung durch zu viele oder kontrastreiche Farben.

3. Wie wirken Farben im Büro harmonisch?

Im Grunde müssen Sie nur zwei grundlegende Prinzipien beachten, um eine harmonische Farbauswahl zu treffen.

1. Harmonische Farben liegen im Farbkreis nahe beieinander

Damit das Farbkonzept ausgewogen wird, sollten Sie sich zusätzlich zu Ihrer Hauptfarbe mit den im Farbkreis daneben liegenden Sekundär- und Tertiärfarben beschäftigen.

2. Ergänzungsfarben liegen im Farbkreis gegenüber

Möchten Sie gezielte Farbakzente herbeiführen, lohnt sich ein Blick auf die Komplementärfarben im Farbkreis. Schauen Sie, welche Farbe Ihrer Hauptfarbe gegenüberliegt. In Kombination mit dieser verstärken Sie die Wirkung Ihrer kombinierten Farben.

Das Farbkonzept umsetzen: Was gibt es zu beachten?

Die passende Farbauswahl fürs Büro ist das Eine. Nun geht es darum, die Arbeitswelten und Büros richtig zu streichen. Folgendes sollten Sie hierbei beachten:

1. Seien Sie sparsam in der Farbauswahl

Verwenden Sie nicht zu viele unterschiedliche Farben. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass das Farbkonzept zu unübersichtlich und sogar überfordernd wirkt. Entscheiden Sie sich stattdessen für eine Hauptfarbe oder gestalten Sie ein Farbkonzept, bestehend aus 2 bis 3 miteinander harmonierenden Farben.

2. Vermeiden Sie dunkle Wandfarben und grelles Weiß

Dunkle, großflächig aufgetragene Farben lassen einen Raum schnell klein und beengend wirken. Setzen Sie dunkle Farben lieber in Form von kleinen Farbakzenten in Szene. Grelles Weiß hingegen ist ebenfalls nicht ideal, da es im Büro schnell ermüdend wirkt.

3. Nehmen Sie die Natur als Vorbild

Beginnen Sie oben mit der hellsten Farbe und lassen Sie es nach unten hin dunkler werden. Helle Decken und dunklere Böden vermitteln Sicherheit und Weite. Soll ein hoher Raum jedoch niedriger wirken, kann die Decke auch dunkler als die Wände gestrichen werden.

Optimale Farben im Büro – Mit mw bueroplanung zu durchdachten Arbeitswelten

Mit mw bueroplanung gelangen Sie zu Ihrem Wunschbüro. Als Full-Service-Partner kümmern wir uns nicht nur um die Planung und Umsetzung moderner Arbeitswelten. Zugleich bieten wir die Koordinierung anderer Dienstleistungen, darunter auch die Farbgestaltung Ihrer Büros. Sie erhalten auf Wunsch ein individuelles Farbkonzept sowie dazu passende Entwürfe für die Umsetzung.

Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon oder über unser Kontaktformular.

Wir freuen uns, Sie kennenzulernen!

 

 

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