Arbeitsstättenverordnung für das Büro – die wichtigsten Anforderungen verständlich erklärt

Was ist die optimale Raumtemperatur im Büro? Wie viel Fläche braucht jeder Mitarbeiter an seinem Schreibtisch und welche Beleuchtung eignet sich für den Arbeitsplatz? Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) enthält eine breite Sammlung an Mindestvorschriften, die die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Beschäftigten ins Auge fassen. Dieser Beitrag enthält wissenswerte Informationen zu den Anforderungen, welche die Basis einer rechtskonformen Gestaltung des Büroarbeitsplatzes nach ArbStättV bilden. Diese sind sowohl für den Arbeitgeber als auch den Beschäftigten relevant. Damit Sie diese Vorgaben richtig deuten und anwenden, haben wir für Sie die wichtigsten Arbeitsstättenrichtlinien aus der Arbeitsstättenverordnung im Büro-Bereich verständlich aufbereitet.


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Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): zeitgemäßer Arbeitsschutz im Büro

Die Arbeitsstättenverordnung blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die erstmalige Fassung der Vorgaben erschien 1975. Der technische Fortschritt der Digitalisierung prägte die Arbeitswelt entscheidend – am 3. Dezember 2016 erfolgte daher eine Neuerung der Arbeitsstättenverordnung, die den Einfluss der digitalen Innovation am Arbeitsplatz aufgreift. Hierzu gehörte die wesentliche Übernahme der Inhalte aus der ehemaligen Bildschirmarbeitsverordnung. Darunter fällt beispielsweise die Regelung der Telearbeit zur Flexibilisierung der Arbeit. Auch psychische Belastungen wie Lärm, Beleuchtung, Raumklima, Platzmangel und ergonomische Mängel sind Gegenstand der aktuell gültigen Arbeitsstättenverordnung. Büros, in denen Arbeitnehmer beschäftigt werden, unterliegen diesen Anforderungen.

Als Konkretisierung der Arbeitsstättenverordnung greifen jeweils die Vorgaben der Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR). Diese Mindestvorgaben regulieren unterschiedliche Anforderungen an die Beschaffenheit und Gestaltung der Räume und deren Einrichtungen, in denen die Beschäftigten ihrer Tätigkeit nachgehen. Diese Richtlinien betreffen auch die Räume, in denen die Mitarbeiter die Pausen verbringen und enthalten beispielsweise gesetzliche Vorgaben zur Größe von Fenstern oder Fluchtwegen.

Optimale Raumtemperatur im Büro nach Arbeitsstättenverordnung

Wenn es um die perfekte Raumtemperatur im Büro geht, treffen möglicherweise unterschiedliche Ansichten unter Ihren Mitarbeitern aufeinander. Doch was sagt die Arbeitsstättenverordnung zur Bürotemperatur? Gemäß der ASR A3.5 gilt es, eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur aufrechtzuerhalten, die der körperlichen Beanspruchung und dem spezifischen Nutzungszweck der Arbeitsstätte entspricht. Bei leichten Arbeiten, die im Sitzen stattfinden, sind das 19 °C. Außerdem sollte ausreichend frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn es keine Klimaanlage gibt, ist daher auf ein regelmäßiges Stoßlüften zu achten.

Im Sommer wird die Raumtemperatur im Büro zum besonders heiß diskutierten Thema. Die höchstzulässige Temperatur im Büro für sitzende Tätigkeiten beträgt 26 °C. Die optimale Raumtemperatur im Büro liegt zwischen 20 und 26 °C. Sofern vorhanden, empfiehlt es sich, die Klimaanlage auf dieses Temperaturspektrum einzustellen. Besonders in den heißen Monaten des Jahres kommt es vor, dass diese Vorgabe überschritten wird. In diesem Fall liegt die Verantwortung beim Arbeitgeber, durch gezielte Maßnahmen das Aufheizen der Büro- und Arbeitsräume wirksam einzuschränken. Der freiwillige Charakter der Maßnahmen endet mit einer Raumtemperatur von 30 °C. Steigt die Temperatur in den Arbeitsräumen des Büros höher, muss der Arbeitgeber Maßnahmen einleiten, um die Temperatur zu regulieren.

Flächenbedarf nach ArbStättV am Arbeitsplatz pro Mitarbeiter

Damit Beschäftigte eines Büroarbeitsplatzes sicher und gesund arbeiten können, muss das Büro eine bestimmte Mindestgröße umfassen. Hierzu geben die Technischen Regelungen für Arbeitsstätten ASR 1.2 konkrete Vorgaben. Sie umfassen persönliche Nutzerflächen, Möbelfunktionsflächen und Verkehrswege in den Arbeitsräumen des Büros. Es muss ausreichend Platz vorhanden sein, damit der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz im Betrieb über die Verkehrswege erreichen und dort bequem agieren kann. Der meist rollende Bürostuhl des Arbeitnehmers, der persönliche Schrank und der Bürocontainer zählen in diesen Platzbedarf hinein. Damit sich jeder Mitarbeiter an seinem Schreibtisch frei bewegen kann, sind mindestens 1,5 m2 erforderlich. Die Tiefe und Breite der Bewegungsfläche sollte mindestens 1 m betragen.

Gesetzliche Mindestvorgaben der Fläche und Höhe für Einzelbüros und Großraumbüros

Für ein Einzelbüro, in dem eine Person arbeitet, gilt laut der ASR 1.2 ein Flächenbedarf von 8 bis 10 m2. Je mehr Mitarbeiter im Büro arbeiten, desto höher ist die erforderliche Bürofläche. Mit jedem weiteren Mitarbeiter kommen auf die 8 bis 10 m2 daher je 6 m2 hinzu. Die Mindestraumgröße in Großraumbüros pro Arbeitsplatz umfasst 12 bis 15 m2.Bei Büroflächen von bis zu 50 m2 gilt es, eine Raumhöhe von mindestens 2,50 m zu realisieren. Bei einer Fläche mehr als 100 m2 wächst die erforderliche Raumhöhe auf 3 m.

Ergonomische Anforderungen der ArbStättV an den Arbeitsplatz

Laut Arbeitsstättenverordnung steht jedem Mitarbeiter im Büro ein Arbeitsplatz nach ergonomischen Standards zur Verfügung. Das betrifft zunächst die Geräte, Monitore, Tastaturen und Arbeitsmittel, die dem Stand der Technik entsprechen müssen. Außerdem ist auch auf ergonomische Arbeitsflächen und Bürostühle zu achten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unseren Beiträgen zum ergonomischen Bürostuhl und zu den Merkmalen eines guten Schreibtisches.

Wie viel Dezibel laut der Arbeitsstättenverordnung in Büros erlaubt sind

Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.7 sehen für Büroräume je nach Schweregrad der Arbeitstätigkeit verschiedene Lärmpegel vor, die im Rahmen der Verordnung nicht überschritten werden dürfen. An Arbeitsplätzen, an denen Tätigkeiten ausgeführt werden, die einer hohen Konzentration bedürfen, sollte der Wert von 55 Dezibel nicht überschritten werden. In Großraumbüros sollte der Lärmpegel nicht mehr als 45 Dezibel betragen. In einem Büro, in dem zwei Mitarbeiter arbeiten, lautet der empfohlene Höchstwert der Verordnung 35 Dezibel.

Gültigkeitsbereich der ArbStättV im Bereich des mobilen Arbeitens

Neben Tätigkeiten am Arbeitsplatz im Büro regelt die Arbeitsstättenverordnung die Anforderungen an die Telearbeit. Telearbeit umfasst einen Bildschirmarbeitsplatz, der vom Arbeitgeber für einen speziellen Zeitraum im Privatbereich des Angestellten eingerichtet wird. Damit ein Bildschirmarbeitsplatz in das Konzept der Telearbeit fällt, sind klare Rahmenbedingungen notwendig, welche der Angestellte und der Arbeitgeber arbeitsvertraglich regeln. Im Gegensatz zur Telearbeit bezieht sich die Arbeitsstättenverordnung für das Büro nicht auf das mobile Arbeiten. Mobiles Arbeiten ist beispielsweise gegeben, wenn Personen gelegentlich von Zuhause aus arbeiten – ohne, dass hierfür ein spezieller Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet wurde.

Die Arbeitsstättenverordnung für das Büro – dieser Beitrag informiert Sie über einige Mindestvorgaben dieser Verordnung. Als Experten für moderne Bürolösungen vereinen wir innovative Büroeinrichtungen und Konzepte mit diesen gesetzlichen Vorgaben. Sie haben Fragen zur Arbeitsstättenverordnung? Dann freuen wir uns auf Ihren Kontakt. Wir beraten Sie sehr gerne.

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