Homeoffice-Pauschale: Das müssen Sie bei der Steuer beachten

Ob am Küchentisch, im Wohn- oder Arbeitszimmer, jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet zur Eindämmung des Coronavirus derzeit im Homeoffice. Für viele hat es den Vorteil, dass der Arbeitsweg entfällt und sie ihren Arbeitstag flexibler gestalten können, weshalb das Homeoffice zunehmend beliebter wird. Doch es gibt auch Nachteile: für die Arbeitnehmer steigen die Nebenkosten. Deshalb hat die Bundesregierung im Jahr 2020 eine Homeoffice-Pauschale für die Zeit während der Corona-Pandemie eingeführt, um Arbeitnehmer steuerlich zu entlasten.

In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick, welche Regelungen bei der steuerlichen Absetzbarkeit gelten und worauf Sie achten müssen.


Inhaltsverzeichnis


Was ist die Homeoffice-Pauschale und wie hoch ist der Betrag?

Aufgrund der strengen Anforderungen des Finanzamts kann das Homeoffice nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer abgesetzt werden. Dies führt leider dazu, dass viele auf den zusätzlichen Kosten sitzen bleiben. Denn nicht nur mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 arbeiten immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice, sondern auch die Homeoffice-Pflicht durch die Bundesregierung hat zu einem Anstieg geführt. Aus diesem Grund wurde die Homeoffice-Pauschale eingeführt, von der nun auch Arbeitnehmer profitieren können, die kein separates Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden zur Verfügung haben.

Die Homeoffice-Pauschale kann abgesetzt werden, wenn die Arbeitstätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung (Homeoffice) ausgeübt wurde. Laut dem Beschluss sind 5 Euro pro Tag absetzbar, aber maximal 600 Euro pro Kalenderjahr – auch für jeden Ehepartner für sich. Wenn Sie an 120 Tagen im Homeoffice gearbeitet haben, ist der maximal absetzbare Betrag von 600 Euro pro Kalenderjahr erreicht. Mit der Pauschale sind alle Mehrkosten für das Homeoffice wie Strom, Gas, Heizung, Wasser und Müll abgegolten.

Wichtig: Die Homeoffice-Pauschale ist zeitlich auf die Jahre 2020 und 2021 befristet. Deshalb ist voraussichtlich ab 2022 kein pauschaler Abzug mehr gestattet und es gelten wieder die steuerrechtlichen Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer. 

Wie kann die Homeoffice-Pauschale genutzt werden?

Die Homeoffice-Pauschale wird in die Werbungskostenpauschale der Steuererklärung eingerechnet. Diese liegt bei 1.000 Euro im Jahr und wird bei der Berechnung der Einkommensteuer von den Einkünften automatisch bei jedem Arbeitnehmer abgezogen. Das bedeutet: Erst wenn Sie über diese festgesetzten 1.000 Euro Werbungskosten kommen, können Sie noch zusätzlich Steuern für das Homeoffice sparen. Zu den Werbungskosten gehören unter anderem die Pendlerpauschale und berufsbedingte Aufwendungen wie Büromaterial und Literatur, die Sie für Ihre Arbeitstätigkeit benötigt haben. 

Voraussetzungen für die Homeoffice-Pauschale

Wenn Sie ein separates Arbeitszimmer in Ihrer Wohnung für Ihre berufliche Tätigkeit nutzen und es bereits von der Steuer absetzen, können Sie die Homeoffice-Pauschale nicht als zusätzliche Kosten angeben. Eine Bestätigung vom Arbeitgeber für das Homeoffice ist empfehlenswert, jedoch verlangt das Finanzamt für einfache Steuererklärungen nur noch selten entsprechende Nachweise.

Für die Homeoffice-Pauschale gelten folgende Voraussetzungen:

  • Nur ganze Tage im Homeoffice zählen. Wenn Sie den halben Tag im Homeoffice gearbeitet haben und den restlichen Arbeitstag im Büro waren, dann dürfen Sie für diesen Tag die Homeoffice-Pauschale nicht abrechnen.

  • Mit der neuen Homeoffice-Pauschale ist kein separates Arbeitszimmer notwendig, allerdings muss sich der Arbeitsplatz in der häuslichen Wohnung befinden.

  • Sie können entweder das eigene Arbeitszimmer von der Steuer absetzen oder die Homeoffice-Pauschale nutzen. Beides darf in der Steuererklärung nicht abgerechnet werden.

  • Es gibt 5 Euro je vollen Arbeitstag im Homeoffice, aber maximal 600 Euro pro Kalenderjahr. Die Homeoffice-Pauschale deckt anteilig die Raum- und Nebenkosten ab.

Unterschied zwischen Arbeitszimmer und Homeoffice-Pauschale

Sie haben ein Arbeitszimmer, welches die strengen Voraussetzungen des Finanzamts erfüllt? Dann können Sie entscheiden, ob Sie die Kosten für Ihr Arbeitszimmer absetzen oder ob Sie die Homeoffice-Pauschale nutzen. Das Homeoffice unterscheidet sich von einem Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung hinsichtlich der Steuer. Durch die Corona-Krise wurde jedoch deutlich, dass die steuerrechtlichen Regelungen für das häusliche Arbeitszimmer veraltet und in der Umsetzung kompliziert sind.

Arbeitszimmer

Homeoffice-Pauschale

Damit Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen können, müssen Sie die steuerrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. So müssen Sie einen separaten Raum zur Verfügung haben, welches Sie mindestens zu 90 Prozent für Ihre berufliche Tätigkeit nutzen. Dann können Sie Ihre anteiligen Miet- und Nebenkosten entweder voll oder bis zu 1.250 Euro im Jahr absetzen. Entscheidend ist hierbei, dass das Arbeitszimmer fast nur zum Arbeiten dient. Bereits 10 Prozent privater Nutzung gefährden den Abzug.

Sie arbeiten im Homeoffice, aber erfüllen nicht die Anforderungen des Finanzamtes? Dann können Sie die neu eingeführte Homeoffice-Pauschale nutzen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie nur ein paar Tage in der Woche im Homeoffice arbeiten oder kein separates Arbeitszimmer haben. Mit der Homeoffice-Pauschale können Sie 5 Euro pro Tag für die Jahre 2020 und 2021 von der Steuer absetzen. So kann auch jeder Ehepartner für sich das Homeoffice bis zu 600 Euro pro Kalenderjahr in der Steuererklärung abrechnen.

 

Homeoffice und mobiles Arbeiten: Was ist der Unterschied?

Das ist nicht das Gleiche? Nein, denn hier gibt es wichtige Unterschiede. Als mobiles Arbeiten wird das ortsunabhängige Arbeiten bezeichnet, während beim Homeoffice das eigene Zuhause als fester Arbeitsplatz dient. Zusätzlich ist im Homeoffice der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die gleichen Arbeitsschutzstandards eingehalten werden wie im Büro vor Ort. Es gelten hier also strengere Arbeitsschutzvorschriften als beim mobilen Arbeiten.

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